Dominik Gemperli quadrat - Ansprache an der Neujahrsbegrüssung in Goldach

Domimik Gemperli

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“Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg”

Dieses Zitat von Mahatma Gandhi scheint sehr passend zur heutigen Zeit. Eine Zeit, welche in den letzten zwei Jahren geprägt blieb von Katastrophen und Kriegen und uns offensichtlich erkennen lässt, wie unsicher und fragil sich unser Dasein tatsächlich gestaltet. Diese Erkenntnis steht im Widerspruch zu einem Lebensgefühl und einer Mentalität, welche auf Sicherheit bedacht ist und den Anspruch hat, jedes Risiko ausschliessen zu können oder gegen alle Eventualitäten die passende Absicherung zu finden. Mit dieser Unsicherheit leben zu lernen ist nicht einfach und stellt eine grosse Herausforderung in der heutigen Zeit dar.

Europa und insbesondere die Schweiz blieben in den letzten Jahrzehnten von Kriegen und Katastrophen weitestgehend verschont. Mit den Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise wurde das Selbstverständnis von Generationen indessen erschüttert. Plötzlich merkte man auch bei uns, was es heisst, ein Leben zu führen, das nicht mehr in jeder Beziehung den eigenen Massstäben nach Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung gerecht werden kann. Nach einer fast zweijährigen Phase der Pandemie war die Hoffnung zu Beginn des letzten Jahres gross, dass nun wieder die bekannte Normalität Einzug hält. Doch dann begann der Krieg in der Ukraine mit einer Flüchtlingswelle und vor dem Hintergrund der Kriegswirren drohte auch in der Schweiz eine Energieverknappung. Die Sorgen über die Unsicherheiten kehrten schlagartig in das Bewusstsein der Menschen zurück.

Für das neue Jahr wünsche ich uns allen ein stückweit Normalität zurück. Nicht nur die Auswirkungen des Krieges zeigen letztlich, dass Gandhi recht behielt: “Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg”.

Trotzdem – und das ist in der heutigen Zeit zentral – ist es wichtig, die Hoffnung nie zu verlieren und unsichere Zeiten als das zu verstehen, was sind letztlich eben auch sind: Die Chance, das Leben mit all seinen Facetten nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten und damit dem Augenblick, dem Moment eine ganz neue Qualität zu verleihen. Und vielleicht werden wir uns in diesen unsicheren Zeiten auch vermehrt bewusst, dass weder wir als Menschen noch unsere Lebensumstände perfekt sein müssen. Im Gegenteil, wir lernen auch Fehlern und wachsen mit unseren Erfahrungen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen von Herzen ein gutes neues Jahr!

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