Dominik Gemperli quadrat - Danke

Dominik Gemperli

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Die Bevölkerung der Region Rorschach hat sich am Wochenende insgesamt gut an die Vorgaben des Bundes zur Bekämpfung des Coronavirus gehalten. Herzlichen Dank dafür! Auch die kommenden Tagen bitten wir Sie um Ihre Mithilfe und Unterstützung bei der Umsetzung der Vorgaben. Bleiben Sie wenn immer möglich zu Hause. Um die Menschen über die kommenden Ostertage vom Seeufer bestmöglich fernzuhalten, damit sich keine Ansammlungen bilden können, werden die Parkierungsmöglichkeiten am See unterbunden.

Wie lange die Massnahmen des Bundes ihre Gültigkeit beanspruchen, weiss im Moment niemand. Wie es heute aussieht, soll der Lockdown seine Fortsetzung finden. Die Überlegungen des Bundes hierzu sind auf der einen Seite verständlich. Eine Entwicklung in Bezug auf die künftigen Fallzahlen zu prognostizieren, ist kaum möglich. Vor diesem Hintergrund mag man auch die Forderung von manchem bürgerlichen Politiker nach einer schrittweisen Rückkehr zur Normalität als verfehlt oder verfrüht betrachten. Auf der anderen Seite erstaunt die zunehmende Kriegsrhetorik, mit welcher die aktuelle Situation in einen geschichtlichen Kontext gestellt wird. Von der schlimmsten Krise seit dem 2. Weltkrieg oder sogar der gesamten Menschheitsgeschichte wird mittlerweile gesprochen. Eine fundierte Analyse, welche auch die Relation zwischen erwiesener Infektion, mutmasslich hoher Dunkelziffer und Mortalität mitzuberücksichtigen versucht, wird allzu schnell auf die Vereinfachung “Wirtschaft versus Gesundheit” reduziert. Eine zumindest in der Schweiz an sich nicht passende Zuspitzung, da sich unser Gesundheitswesen gerade aufgrund einer funktionierenden Wirtschaft mit hoher Beschäftigung auf einem weit überdurchschnittlichen Niveau befindet und sich damit die Voraussetzungen zur Bewältigung der Krise als vergleichsweise gut präsentieren. Offensichtlich ist, dass dem Schutz der Gesundheit die höchste Priorität zukommen soll. Aber eine ausschliessliche und einzig zulässige Schlussfolgerung aus dieser Prämisse lässt sich für die aktuelle Coronakrise nicht herleiten. Ideologisch geprägte Standpunkte sind gefährlich. Daher wünsche ich mir eine offene Diskussionskultur, wo auch die Forderung nach einer zeitnahen und schrittweisen Rückkehr zu einer gewissen Normalität ihre Berechtigung erhält. Mediale Panikmache sind ein schlechter Ratgeber. Lassen wir nämlich eine Beurteilung nach Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnissen – und dabei meine ich auch die volkswirtschaftlichen Befunde und Prognosen – lediglich aus politischem Kalkül oder vor dem Hintergrund einer ideologischen Betrachtung nicht zu, gehen wir ebenfalls ein hohes Risiko ein. Und zwar nicht nur volkswirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich. Die zunehmende Isolation führt zu vielen weiteren Problemstellungen. Auch die Beschränkung von Freiheitsrechten und demokratischen Grundrechten ist auf mittlere Sicht problematisch und bedarf einer konstanten Beurteilung nach dem Kriterium der Verhältnismässigkeit. Eine Aufarbeitung der Entscheide und Massnahme wird nach der Krise  stattfinden. Aber wir brauchen bereits heute eine inhaltliche und nicht emotional geführte Debatte über die nächsten Schritte aus dem Lockdown hinaus. Selbst wenn dies bedeutet, dass sich der Bund und der Bundesrat mit Argumenten auseinandersetzen müssen, die nicht dem Mainstream oder dem medialen Sensationsjournalismus entsprechen. Die Menschen brauchen möglichst bald eine Perspektive. Ich vertraue unseren Institutionen, dass sie einen Weg des Augenmasses finden.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft und Ausdauer. Halten Sie sich an die Vorgaben des Bundes, speziell zu Ostern! Verlieren wir aber nicht den Mut und behalten unseren Optimismus!

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