Dominik Gemperli quadrat - Die eigenen Regeln der Viehschau - eine humorvolle Betrachtung

Dominik Gemperli

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Gleichbehandlung zwischen Mann und Frau ist ein wichtiges Anliegen und durchdringt mittlerweile nicht nur politische und gesellschaftliche Bereiche, sondern macht auch vor der Unterhaltungsindustrie keinen Halt.

Gut so, schliesslich darf auch eine ledige Bäuerin einen geeigneten Hofburschen suchen. Ob der erwählte Kandidat ausschliesslich zur Muse oder auch als Arbeitskraft seine Dienste anzubieten hat, bleibe an dieser Stelle dahingestellt, wobei letzteres in einer emanzipierten Welt durchaus zu erwarten bleibt. Selbst der “Bachelor” vermag sich längst keiner Ausschliesslichkeit mehr zu erfreuen, feurige Amazonen machen ihm das Futter streitig.

Nun, in Andwil ist die Gegenwart noch nicht ganz angekommen. Das jährliche Viehschauprogramm orientiert sich ausschliesslich am weiblichen Nutzvieh, ausgezeichnet werden die Miss Andwil – Rind mit dem überzeugendsten Gesamteindruck -, die  Kuh mit dem schönsten Tochtervieh (Familienpokal) sowie die Kuh mit dem schönsten Euter. Ok, ich glaube, spätestens bei der letztgenannten Prämierung ist es wichtig, den Wettbewerb in der Tierwelt zu belassen. Der Aufschei beim Versuch einer Adaption auf die menschliche Spezies bliebe zu Recht gross. Und ganz und gar nicht im Sinne der  “political correctness”.

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