Dominik Gemperli quadrat - Liebe Leserinnen und Leser

Dominik Gemperli

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Ich wünsche Ihnen allen ein gutes neues Jahr, mit viel Gesundheit, Glück und Zuversicht.

Das Jahr 2020 war in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. Auf den medialen Kanälen wird die Verabschiedung des vergangenen Jahres nun gefeiert. Die oft seltsam anmutenden Gebaren erinnern zeitweise an einen Sieg beim “Elfmeterschiessen” in einem WM-Final. Klar, das vergangene Jahr bescherte uns ungewollt die Auseinandersetzung mit einem Virus, welches viel Leid mit sich brachte. Die verfügten Maßnahmen zur dessen Eindämmung sind andererseits einschneidend und veränderten das Leben, wie wir es kennen: Bequem, angenehm und geprägt von einem trügerischen Sicherheitsempfinden. Dieses gewohnte Lebensgefühl wünschen wir uns zurück im Jahr 2021.

Persönlich habe ich dabei ein zwiespältiges Gefühl. Neben all den schwierigen und einschränkenden Momenten bot das vergangene Jahr auch die Möglichkeiten, an den Herausforderungen zu wachsen und den Wert des Lebens in all seinen Facetten neu zu entdecken und dabei die wirkliche Bedeutung in dem Alltäglichen und dem Gewöhnlichen zu erkennen. Eine Rückbesinnung auf eine gewisse “Normalität”  und “Bescheidenheit” blieb tatsächlich zu beobachten. Anstatt die ferne Flugreise wertschätzten wir plötzlich das Gespräch mit dem Gegenüber, den Kaffee oder das Bier mit der Arbeitskollegin oder dem Arbeitskollegen.

Andererseits war auch erkennbar, dass wir das Sterben als Teil der Lebensrealität nur schwerlich akzeptieren. Ohne die Auswirkungen des Virus auch nur im Ansatz verharmlosen zu wollen, wurde nach meiner Meinung dem Aspekt einer Gesamtbeurteilung der Risiken, mit welcher sich der Mensch in seinem Leben “leider” auseinandersetzen muss, vor dem Hintergrund der Covid-19 Situation nicht mehr angemessen Beachtung geschenkt. Sterben am Coronavirus, selbst im hohen Alter, wurde zum kategorischen Tabu. Alle anderen Erkrankungen oder schwierigen Lebenslagen erschienen zweitrangig. Es entstand auch zunehmend der Eindruck einer medialen Berichterstattung, welche sich nicht immer einer objektiven Einschätzung verpflichtet fühlte, sondern die Sensation suchte. Und so viel zur Verunsicherung der Menschen beitrug.

Unser Leben ist endlich. Und unser Dasein beinhaltet ganz viele Risiken und Herausforderungen. Neben der Gesundheit als ganz wichtiges Gut gibt es viele weitere Aspekte, die den Mensch und das Menschsein ausmachen. Sie alle ergänzen sich und machen letztlich das Gesamtbild eines lebenswerten Daseins aus. Diese Prämisse gilt es zu berücksichtigen, auch wenn es darum geht, die nächsten Schritte zur Bewältigung der Pandemie einzuleiten.

Letztlich dürfen wir wahrscheinlich auch nicht den Anspruch hegen, alles zu wissen und die Natur und ihre innersten Zusammenhänge bis ins letzte Detail zu beherrschen. Bescheidenheit und Demut tun uns gut. Im Übrigen auch dann, wenn es darum geht, die verschiedenen Meinungen zu respektieren.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen von Herzen gute Gesundheit. Und Gelassenheit. Für das Jahr 2021 hoffe ich außerdem im Speziellen, dass eintritt, was ich im Jahr 2020 am meisten vermisste: Viele schöne Begegnungen mit anregenden Gesprächen. Alles Gute und behalten Sie den Optimismus: Alles wird gut!

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