Dominik Gemperli quadrat - Relation

Domimik Gemperli

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Die Frage nach dem adäquaten Umgang mit dem Corona-Virus scheint die Gesellschaft zunehmend zu spalten. Die Medien berichten mit einer gewissen Routine über steigenden Fallzahlen und malen ein düsteres Bildnis von der Situation, welche uns in den kommenden Monaten erwartet. Die Regierungen selber sehen sich in der Zwickmühle zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung. Die Corona Leugner argwöhnen hinter allem eine Verschwörung und verlieren sich in dubiosen und teils abstrusen Erklärungen. Sinnbild der grossen Diskrepanz bildet aktuell die Covid19-Erkrankung des US Präsidenten selber: Die Einen sehen Trump bereits kurz davor, seinem Schöpfer gegenüberzutreten, die Anderen beurteilen in erster Linie die Folgen der Quarantäne für den Wahlkampf. Nicht einmal der Stab des Präsidenten selber bleibt um Klarheit bemüht. Zwischen einem veritablen Todeskampf, einer kurzzeitigen Beatmungsphase, einem depressiv verstimmten Präsidenten und einer arbeitssamen Frohnatur werden alle möglichen Varianten der Öffentlichkeit präsentiert. Der Präsident macht bei dieser Tombola der Lebenslagen eifrig mit. Die Realität erliegt zunehmend einer subjektiven Betrachtung oder gleicht einem Selbstbedienregal . Verrückte Welt…

Persönlich finde ich, die Schweiz macht bei der Bewältigung der Corona-Situation vieles richtig. Das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Interessen und gesundheitspolitischen Überlegungen gilt es zu ertragen. Ich glaube indessen, die Frage der Verhältnismässigkeit von Massnahmen wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Dazu wird es notwendig bleiben, die Datenlage auf die entscheidenden Parameter auszurichten, welche den relevanten Bezug zur Gefährlichkeit der Covid19-Erkrankung – gerade auch im Vergleich zu grippalen Symptomen – ermöglichen. Die reinen Zahlen an Neuinfektionen sind dafür wohl kaum tauglich, sorgen aber für grosse Verunsicherung in der Bevölkerung. Der Diskurs über die Adäquanz von Massnahmen angesichts des statistischen Risikos eines schweren Krankheitsverlaufs ist eine zentrale Fragestellung. Aber zugegebenermassen auch ein heisses Eisen, das niemand so richtig anfassen möchte. Aus verständlichen Gründen. Denn jeder Tote ist natürlich einer zuviel. Das gilt aber selbstverständlich auch für den Strassenverkehr oder all die anderen Krankheiten, die uns so unvermittelt und teils mit statistisch viel grösserer Wahrscheinlichkeit treffen können. Aber diese Perspektive blenden wir aus. Denn die Diskussion über die “Gefährlichkeit” des Lebens und die eigene Sterblichkeit ist zugegebenermassen unangenehm. Und dem Verdacht einer makabren Betrachtungsweise möchten wir uns ebenso wenig aussetzen. Trotzdem, der Mensch ist ein Statistiker. Und letztlich findet die persönliche und gesellschaftliche Handlungsweise immer vor diesem Hintergrund statt: Der Einordnung des Risikos in einen akzeptablen Kontext. Und diese Diskussion bleibt aktueller und wichtiger denn je. Gerade dann, wenn Freiheitsrechte oder die wirtschaftliche Prosperität auch in weiterer Zukunft Einschränkungen erfahren.

Ich wünsche Ihnen gute Gesundheit und viel Kraft in der weiterhin anspruchsvollen Zeit!

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