Am Wochenende haben Kinder in Hamburg gegen ihre eigenen Eltern demonstriert. Aufgerufen dazu hatte ein vernachlässigter Siebenjähriger. Grund für die Kundgebung blieb der Aufruf der Kinder an die eigenen Eltern, sich weniger dem Handy zu widmen und dafür mehr Aufmerksamkeit dem eigenen Kind zu schenken.
Eine schöne Geschichte. Nach den unsäglichen Demonstrationen in Chemnitz weist diese Form der öffentliche Meinungsmache sehr sympathische Züge auf. Die reumütigen Eltern haben den kindlichen Tross anscheinend still begleitet. Nicht klar ist allerdings, ob der eine oder andere Erwachsene den unbeobachteten Moment nicht für ein “Selfie” zu nutzen wusste, um den Schnappschuss schnell auf Facebook oder Instagram zu posten. Schliesslich wollen die elektronischen Freunde wissen, was gerade so läuft. Auch in Momenten der Reue kann man die Öffentlichkeit durchaus teilhaben lassen. Nach dem Ende der Demonstration blieb im Übrigen wieder ausreichend Zeit, sich über die vielen “likes” zu freuen.